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LEONIDEN-LEXIKON55P/TEMPEL-TUTTLE
Die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung eines von Wilhelm Tempel und Horace Tuttle um die Jahreswende 1865/66 entdeckten KOMETEN, der auf einer elliptischen Bahn in etwa 33 Jahre um die Sonne läuft. Der meist unauffällige und nur mit Teleskopen zu beobachtende Himmelskörper ist als Verursacher der LEONIDEN berühmt geworden.
ASTEROID
Auch als PLANETOID oder KLEINPLANET bezeichnet. Meist unregelmäßig, manchmal auch anähernd kugelig geformter Gesteinsbrocken von einigen dutzend Metern bis zu einigen hundert Kilometern Durchmesser. Sie bewegen sich oft auf stark elliptischen Bahnen um die Sonne; ihre Gesamtzahl dürfte in die hunderttausende oder Millionen gehen. Die meisten sind nur mit Hilfe großer Fernrohre sichtbar.
BOLIDE
Extrem heller METEOR, der auseinanderbricht oder explodiert. Bisweilen sind Explosionsgeräusche wahrzunehmen, in Einzelfällen kan es auch zum Niedergang eines METEORITEN kommen. Am 6. April 2002 leuchtete ein vollmondheller Bolide über Süddeutschland auf, ein Ereignis, dass in den Massenmedien große Aufmerksamkeit fand.
FEUERBALL (auch FEUERKUGEL)
Ein sehr heller METEOR. Kein klar definierter Begriff; in der Regel werden Meteore, die heller als die Venus aufleuchten, als Feuerball bezeichnet. Noch hellere Objekte werden unter dem Begriff BOLIDE geführt.
KOMETEN
Kosmische Körper mit Durchmessern von typischerweise unter 50 Kilometerm, die die Sonne auf oft extrem elliptischen Bahnen umkreisen. Im Unterschied zu ASTEROIDEN bestehen Kometen überwiegend aus gefrorenen Gasen und Staub. Bei Annäherung an die Sonne sublimieren die Gase und reißen Staubpartikel mit sich. Dadurch entsteht zum einen der Kometenschweif, zum anderen werden die Partikelwolken produziert, aus denen METEORSTRÖME wie die Leoniden bestehen.
LEO
Alle Sternbilder tragen neben ihren volkstümlichen, in verschiedenen Kulturkreisen oft inhaltlich unterschiedlichen Namen eine lateinische Bezeichnung. Durch diese wissenschaftliche Namengebung können sich die Astronomen weltweit problemlos verständigen. Der lateinische Name des im deutschen Sprachraum als LÖWE bekannten Sternbildes ist LEO.
LEONIDEN
METEORSTROM, der aus Auflösungsprodukten des Kometen 55P/TEMPEL-TUTTLE besteht. Jedes Jahr um den 20. November kreuzt die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Umlaufbahnen der Teilchen dieses Stroms, von denen einige in die Erdatmosphäre eindringen und dort als METEOR aufleuchten. Für Beobachter auf der Erdoberfläche scheint der Ursprung aller dieser Sternschnuppen im Sternbild LÖWE zu liegen. Ihre Bezeichnung als LEONIDEN leitet sich von LEO, dem lateinischen bzw. fachwissenschaftlichen Namen des Sternbildes ab. Während in den meisten Jahren nur wenige Leoniden-Meteore zu beobachten sind, kann es in den Jahren, in denen sich 55p/Tempel-Tuttle in Sonnennähe aufhält, zu eindrucksvollen METEORSTÜRMEN kommen.
LEUCHTSPUR
Vor allem grössere METEORE hinterlassen entlang Ihrer Flugbahn eine Leuchtspur aus ionisierten Molekülen, die noch einige Sekunden nach dem Verlöschen des Meteors sichtbar bleibt.
LÖWE
Ein sehr auffälliges, auch für Laien leicht zu identifizierendes Sternbild, das in den Frühlingsmonaten hoch am Abendhimmel steht. Seine beiden hellsten Sterne sind Regulus und Denebola. Regulus steht genau auf der scheinbaren Bahn, die die Sonne durch den Tierkreis zieht, und deshalb wird er jedes Jahr um den 20. August von unserem Tagesgestirn bedeckt. Ende September, wenn die Sonne im Tierkreis weiter gezogen ist, taucht der Löwe am Morgenhimmel auf, jeden Tag schiebt er sich nun einige Minuten früher über den Osthorizont, bis er Mitte November bereits kurz nach Mitternacht aufgeht. Mit dem Löwen steigt auch der RADIANT der LEONIDEN am Himmel empor.
METEOR
Ein Objekt, das mit meist sehr hoher Geschwindigkeit (20 - 70 Kilometer pro Sekunde) aus dem Weltraum in die Erdatmosphäre eindringt und dort eine Leuchterscheinung verursacht, wird als Meteor bezeichnet. Täglich dringen zahlreiche Kleinstkörper (sog. METEOROIDE) mit Geschwindigkeiten von 10 bis 70 km/s in die Erdatmosphäre ein. Durch die Reibung an den Gasmolekülen erhitzen Sie sich und verglühen. Gleichzeitig wird die Luft entlang der Flugbahn der Teilchen ionisiert. Dadurch (und nicht durch das Verglühen!) entsteht die Leuchterscheinung, die wir als Meteor wahrnehmen. Lediglich größere Brocken erreichen - oftmals bereits fragmentiert - als METEORITE die Erdoberfläche.
METEOROID
Kleinstkörper aus Stein oder Eisen, der sich meist auf einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegt und beim Eintritt in die Erdatmosphäre als METEOR aufleuchtet. Größere Objekte, von einigen dutzend Metern bis zu mehreren hundert Kilometern Durchmesser, werden je nach ihrer Struktur als ASTEROID oder KOMET bezeichnet.
METEORIT
Teile eines METEORS, die bis auf die Erdoberfläche gelangen, werden als Meteorit bezeichnet. Die meisten dieser Brocken bestehen aus Stein, einige auch aus Eisen. Große Meteorite können beim Aufschlag einen Krater oder - wenn Sie im Meer niedergehen - Flutwellen erzeugen.
Eine sehr schöne Seite über Meteoriten-Niedergänge in Deutschland hat André Knöfel erstellt. METEORSCHAUER
Ein Meteorschauer entsteht, wenn die Erde auf einen METEORSTROM trifft. Dann dringt eine große Zahl von METEOROIDEN gleichzeitig in die Erdatmospäre ein.
METEORSTROM
Auflösungsprodukte von KOMETEN, die als Partikelwolken um die Sonne kreisen, bezeichnet man als Meteorstrom.
METEORSTURM
Ein extrem starker METEORSCHAUER mit einer ZHR über 1000 wird als Meteorsturm bezeichnet. Solche Ereignisse sind für einen bestimmten Beobachtungsort außerordentlich selten. In den letzten Jahrzehnten hat außer den LEONIDEN (1966, 1999, 2001 und 2002) kein anderer METEORSTROM einen Meteorsturm hervorgebracht. Die PERSEIDEN erreichten in den Jahren 1991 - 1994 ZHRs zwischen 200 und 400; die Alpha Monocerotiden lagen 1985 ebenso in diesem Bereich wie die Draconiden 1998 und die Leoniden 1998 und 2000.
PERSEIDEN
METEORSTROM, der aus Auflösungsprodukten des Kometen 109P/SWIFT-TUTTLE besteht. Jedes Jahr um den 12. August kreuzt die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Umlaufbahnen der Teilchen dieses Stroms, von denen einige in die Erdatmosphäre eindringen und dort als METEOR aufleuchten. Für Beobachter auf der Erdoberfläche scheint der Ursprung aller dieser Sternschnuppen im Sternbild PERSEUS zu liegen, von dem sich Ihre Bezeichnung als PERSEIDEN ableitet. Abgesehen von den seltenen Jahren mit großen Leoniden-Schauern sind sie der eindrucksvollste Meteorstrom mit einer ZHR von bis zu 100. Nach den Vorhersagemodellen von Esko Lyytinen könnten im Jahr 2028 auch die Perseiden einen METEORSTURM produzieren.
RADIANT
Als Radiant (= Ausstrahlungspunkt) wird die Stelle am Sternenhimmel bezeichnet, aus der alle METEORE eines METEORSTROMS zu entspringen scheinen.
STERNSCHNUPPE
Volkstümliche Bezeichnung für einen METEOR.
ZHR
Abkürzung für ZENITHAL HOURLY RATE. Die ZHR gibt an, wieviel Meteore pro Stunde ein Beobachter bei absolut klarem und dunklem Himmel sehen würde, wenn der RADIANT senkrecht über dem Beobachter, also im Zenith, stehen würde.
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