Perseiden - Meteore - Sternschnuppen - Meteorschauer
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DIE PERSEIDEN

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EINFÜHRUNG

Der bekannteste Meteorstrom sind die Perseiden, die aus Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle bestehen. Jedes Jahr um den 12. August kreuzt die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Umlaufbahnen der Teilchen dieses Stroms. Für Beobachter auf der Erdoberfläche scheint der Ursprung aller dieser Sternschnuppen im Sternbild Perseus zu liegen, von dem sich Ihre Bezeichnung als Perseiden ableitet. Im Volksmund werden sie als "Tränen des Laurentius" bezeichnet, weil sie am Namenstag dieses Heiligen auftreten. Da das Sternbild Perseus am Abend aufgeht, können erste Sternschnuppen bereits nach Eintritt der Dunkelheit beobachtet werden. Richtig hoch steigt der Radiant aber erst in der zweiten Nachthälfte. Da in lauen Sommernächten auch dann noch viele Menschen draußen unterwegs sind und die zahlreichen Meteore bemerken, gilt der August als der Sternschnuppen-Monat schlechthin. Ähnlich wie bei den Geminiden erfolgt der Anstieg zum Maximum über mehrere Tage hinweg. Der gesamte Aktivitätszeitraum der Perseiden erstreckt sich über den Zeitraum vom 17. Juli bis zum 24. August.

Im Maximum erreicht die ZHR der Perseiden Werte von bis zu 100. In den Jahren um 1992, als der Mutterkomet 109P/Swift-Tuttle zum letzten Mal in Erdnähe war, wurden deutlich höhere Zahlen beobachtet. Inzwischen ist die ZHR wieder auf dem Normallevel angelangt. Nach den Vorhersagemodellen von Esko Lyytinen könnten die Perseiden jedoch im Jahr 2028 einen kleineren Meteorsturm produzieren. Diese Prognose ist insofern ganz gut begründet, als ein für den 11.08.2004 vorhergesagtes zusätzliches Aktivitätsmaximum der Perseiden tatsächlich eintrat.

GESCHICHTE DER PERSEIDEN

In Ostasien sind die Perseiden bereits vor rund 2000 Jahren beobachtet worden, wie aus chinesischen, koreanischen und japanischen Aufzeichnungen hervorgeht. Dass um den 10. August herum, an dem der Namenstag des Märtyrers Laurentius begangen wird, besonders viele Sternschnuppen auftreten, war auch in Europa schon lange bekannt - im Volksmund wurden die sommerlichen Meteore daher als "Laurentiustränen" bezeichnet. Es war der belgische Mathematiker Adolphe Quételet, der im Jahr 1835 darauf aufmerksam machte, dass dieser Meteorschauer jedes Jahr auftritt. Die erste systematische Zählung im Jahr 1839 erbrachte eine ZHR von etwa 160, doch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurden stets viel niedrigere Raten, etwa zwischen 40 und 90, festgestellt. In den Jahren 1861 bis 1864 gingen die Werte dann bis zu 200 hoch. Als Ursache dafür identifizierte der Italienische Astronom Giovanni Schiaparelli einen im Jahr 1862 aufgetretenen Kometen, der heute als 109P/Swift-Tuttle bezeichnet wird. Die Bahn dieses Schweifsterns ist derjenigen der Perseiden sehr ähnlich, und somit lag ein Zusammenhang zwischen dem Kometen und dem Meteorschauer auf der Hand.

In den Jahren nach 1864 ging die ZHR wieder auf Raten um die 50 zurück. Abgesehen von einigen Ausnahmen (1920, 1931, 1945) änderte sich daran bis 1975 auch nichts. Von 1976 bis 1983 gab es einen erneuten Anstieg, den man zunächst mit der für 1981 erwarteten Wiederkehr von 109P/Swift-Tuttle in Zusammenhang brachte. Doch der Komet blieb aus, und weitere Berechnungen zeigten, dass er erst im Jahr 1992 wieder zu erwarten war, seine Umlaufzeit um die Sonne demnach also 130 Jahre beträgt. Der Schweifstern erschien wie vorhergesagt, und die Jahre 1991 bis 1993 brachten sehr ergiebigen Perseiden-Schauer mit stündlichen Raten von über 300 Meteoren. Anfang August 1993 hatten einige Experten eine noch viel höhere ZHR, eventuell sogar einen Meteorsturm, für möglich gehalten und die Öffentlichkeit in den USA alarmiert. Die Enttäuschung dort war groß, als nichts ungewöhnliches geschah. Tatsächlich war die Maximum-ZHR von etwa 350 über Europa zu beobachten, und die Teilnehmer einer entsprechenden Themen-Kreuzfahrt im Mittelmeer kamen durchaus auf ihre Kosten.
Auch 1994 bis 1997 waren überdurchschnittliche Perseiden-Jahre, die durch kurze heftige Ausbrüche gekennzeichnet waren, welche zusätzlich zu den üblichen Backgroundraten auftraten.
Ende der 90er-Jahre lag eine Fülle von Beobachtungsmaterial vor. Die Auswertungen zeigten, dass der Planet Jupiter die Bahnen der Perseiden-Meteore beeinflusst und diese alle 12 Jahre in Richtung auf die Erdbahn verschiebt. Dies geschah z.B. im Jahr 1992 und sollte wiederum im Jahr 2004 geschehen. Tatsächlich kam es zum vorhergesagten Zeitpunkt am 12.08.2004 gegen 23.00 MESZ zu einer ungewöhnlich hohen Perseiden-Aktivität mit einer ZHR von etwa 170.

(Quellen: Gary W. Kronk, Peter Jenniskens, Mark Littmann)

DIE PERSEIDEN 2013

Die Perseiden 2013 erreichen nach den vorliegenden Berechnungen ihre höchste Fallrate am frühen Abend des 12. August gegen 21:30 Uhr MESZ, und somit für Mitteleuropa noch in der Dämmerung. Da das Maximum recht breit ist, darf man sich aber in der gesamten Nacht vom 12. auf den 13.08.13 auf zahlreiche, auch helle Sternschnuppen freuen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen etwa 02:00 Uhr und dem Beginn der Morgendämmerung. Dann ist auch der Mond, welcher sich im ersten Viertel befindet, untergegangen, sodass er mit seinem Licht nicht stören kann.

Astrocorner: Perseiden

Astronomie Wien: Die Perseiden - Die Tränen des Laurentius

B. Cooke: The Falling Star, A site for meteors and related phenomena

Gary W. Kronk: The Perseids

Mikhail Maslov: Perseids 2013 - prediction of activity

Scientific American: Will the Perseid Meteor Shower Ever Run Dry?

Universe Today: The Perseids - Why is There a Meteor Shower?

Wikipedia: Swift-Tuttle

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