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DIE QUADRANTIDEN
EINFÜHRUNG
GESCHICHTE DER QUADRANTIDEN
DIE QUADRANTIDEN 2009
LINKS ZU DEN QUADRANTIDEN

EINFÜHRUNG
Wohl jedem astronomisch Interessierten sind die Quadrantiden ein Begriff, sind sie doch in den meisten Jahren der erste Eintrag in astronomischen Kalendern. Wie der Name sagt, liegt der Radiant im Sternbild Mauerquadrat. Das allerdings werden Sie in modernen Sternkarten vergeblich suchen, denn es inzwischen in das Sternbild Bärenhüter (Bootes) einbezogen worden. Obwohl die Quadrantiden eine ähnliche ZHR (um 100) erreichen wie die Geminiden und die Perseiden, werden Sie viel weniger beobachtet. Das hängt vor allem mit dem extrem spitzen Maximum zusammen, das oft nur 1 oder 2 Stunden andauert. Da der Radiant erst zum Morgen hin hoch am Himmel steht und helles Mondlicht stören kann, treten in einer bestimmten Region nur alle paar Jahre wirklich gute Beobachtungsbedingungen ein.
Bis vor wenigen Jahren war nicht bekannt, welcher Mutterkörper die Quadrantiden hervorbringt. Am 6. März 2003 wurde der Asteroid 2003 EH1 entdeckt, dessen Bahnparameter gut mit dem der Quadrantiden übereinstimmen. Nach einem
Artikel von Peter Jenniskens handelt es sich bei 2003 EH1 um den inaktiven Rest eines einstmals viel größeren Kometenkerns, der auseinandergefallen ist, wobei neben 2003 EH1 auch die Quadrantiden entstanden sein sollen. Als Kandidat für den zerfallenen Ursprungskometen kommt C/1490 Y1 in Frage, dessen Bahnelemente ebenfalls recht gut zu den Quadrantiden passen. Auch das mutmaßlich geringe Alter des Meteorstroms (s. nächster Abschnitt) stützt diese Hypothese.
GESCHICHTE DER QUADRANTIDEN
Im Unterschied zu anderen bekannten Meteorströmen sind die Quadrantiden erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Zunächst lagen nur vereinzelte Beobachtungen vor; erst als man bemerkte, dass es sich offenbar um einen jährlich wiederkehrenden Schauer handelte, wuchs das Interesse; 1863 gelang dem Amerikaner Stillman Masterman eine genaue Bestimmung der Position des Radianten.
Das Maximum fiel von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus; betrug die ZHR im Jahr 1901 gerade einmal 17, so war es 1909 ein Wert von 202. In einem geringeren Maße werden diese Intensitätsschwankungen bis heute beobachtet. Weitere Forschungen zeigten, dass die Position des Radianten sich ebenfalls von Jahr zu Jahr zu ändern scheint. Dies wird so interpretiert, dass immer wieder andere Radianten aktiv sind - die Quadrantiden bestehen offenbar aus verschiedenen Teilströmen, die unter dem Einfluss der Gravitation des Jupiters entstanden sein könnten. In Rechenmodellen hat man sich auch mit der Zukunft dieses Meteorstroms beschäftigt: demnach verädert sich seine Bahn um die Sonne so, dass es in einigen Jahrhunderten zu keiner Begegnung mit der Erde mehr kommen wird. Unsere Nachfahren werden also irgendwann auf den gewohnten ersten Eintrag in den astronomischen Jahrbüchern verzichten müssen ...
DIE QUADRANTIDEN 2009
Nach den vorliegenden Berechnungen tritt das Maximum der Quadrantiden im Jahr 2009 am 3. Januar gegen 13:00 MEZ ein. Wegen des extrem kurzen Maximums sind sie damit in diesem Jahr für Mitteleuropa ein Non-Event.
LINKS ZU DEN QUADRANTIDEN
Bernd Gährken: Quadrantiden 4.1.2008
Chris L. Peterson: 2008 Quadrantid Shower
IMO: Quadrantids 2008 - visual data quicklook
Ames Research Center: 2008 Quadrantid MAC
Astro Corner: Quadrantiden - Reicher Sternschnuppenschauer zu Jahresbeginn
Astronomy.com: Meteors will light the winter sky
Peter Jenniskens: Nature's Own New Year Fireworks
Sky & Telescope: Catch the Quadrantids
Space.com: Must-See Meteor Shower Friday Morning
Gary W. Kronk: Quadrantids
AMS: 2006 Quadrantid Meteor Shower
Astronews.com: Mutterkörper für Sternschnuppenschauer entdeckt
Jens Dengler: Sternschnuppen im Januar
Astroverein Halle: Die Quadrantiden 2005 beobachten
Sky & Telescope: Meteors from an Obsolete Constellation
Peter Jenniskens: 2003 EH1 is the Quadrantid shower parent comet
Science@NASA: Millenium Meteors
spaceweather.com: Meteors from an Extinct Constellation
Wikipedia: Quadrantiden
Christine Kronberg: Bootes
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