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WANN SIND METEORE ZU SEHEN?

Voraussetzung für einen Meteorschauer ist, wie auf der Vorseite erläutert, dass die Erde mit einer Materiewolke kollidiert, welche ein Komet hinterlassen hat. Dessen ungeachtet kann man in jeder klaren Nacht einzelne Sternschnuppen beobachten, zumeist jedoch auch bei besten Bedingungen nur wenige pro Stunde. Prinzipiell treten in den Morgenstunden vor Beginn der Dämmerung mehr dieser sporadischen Meteore auf als in den Abendstunden. Dies liegt daran, dass wir morgens in die Richtung blicken, in welche sich die Erde um die Sonne bewegt. Man kann dies mit einem Auto vergleichen, bei dem die Frontscheibe sehr viel mehr Insekten aufsammelt als die Heckscheibe. Da die Staubkörner im Sonnensystem nicht völlig gleich verteilt sind, gibt es neben der tageszeitlichen auch eine jahreszeitliche Häufigkeitsschwankung. In den Monaten Januar bis April treten deutlich weniger sporadische Sternschnuppe auf als im Rest des Jahres. Da es von Mitte Mai bis Mitte Juli in unseren Breiten kaum richtig dunkel wird und somit nur wenig Beobachtungszeit verbleibt, gilt die Faustregel, dass das zweite Halbjahr für Meteorbeobachtungen wesentlich günstiger ist als das erste. Zudem treten fast alle der etwas ergiebigeren Meteorschauer im Zeitraum von Mitte Juli bis Anfang Januar auf (Übersicht). In der Öffentlichkeit mit Abstand am meisten beachtet werden die Perseiden, welche das Maximum ihrer Aktivität um den 12. August jeden Jahres erreichen, also in zumeist lauen Sommenächten. Dagegen fällt der stärkste Meteorschauer des Jahres, die Geminiden in den Winter (Maximum um den 13. Dezember) und findet daher weit weniger Aufmerksamkeit.

Zu den seltensten Himmelsereignissen überhaupt zählen Meteorstürme, bei denen einige 1000, im Extremfall bis über 100000 Sternschnuppen pro Stunde auftreten. Es ist wenig überraschend, dass dies zumeist nur dann der Fall ist, wenn sich auch der Mutterkomet in Erd- bzw. Sonnennähe befindet. Da die Bahnen der Trümmerwolken aber nicht ganz identisch mit der des Kometen sind und sich unter dem Schwerkrafteinfluss der Planeten - vor allem Jupiter und Saturn - verändern können, treten auch in den Jahren vor und nach der Erdnähe bisweilen Begegnungen mit dichten Materiewolken ein. Eine genaue Vorhersage, ob und wann es zu einem Meteorsturm kommt, war bis vor wenigen Jahren aber nicht möglich. So gab es 1799, 1833 und 1866 jeweils gewaltige Sternschnuppenregen der Leoniden. 1899/1900 und 1932/33 war die Leonidenaktivität zwar höher als in normalen Jahren, aber von einem Meteorsturm konnte nicht die Rede sein. Umso überraschter war die astronomische Fachwelt, als 1966 einer der dichtesten jemals beobachteten Sternschnuppenregen auftrat. U.a. mit Hilfe der damals gewonnenen Beobachtungsdaten konnten aber endlich brauchbare Vorhersagemodelle entwickelt werden, welche inzwischen nicht nur auf die Leoniden, sondern auch auf andere Meteorströme erfolgreich angewendet worden sind. So wurden die ergiebigen Leoniden-Schauer der Jahre 1998 - 2002 ebenso genau vorhergesagt wie die erhöhte Aktivität der Perseiden im Jahr 2004, der Aurigiden-Schauer 2007 oder der Draconiden-Schauer 2011.
Für die nächsten Jahrzehnten wird jedoch bei keinem der bekannten Meteorströme mit Raten von mehr als einigen 100 Sternschnuppen pro Stunde gerechnet. Einzige Ausnahme ist ein vielleicht möglicher Meteorsturm der Tau Herculiden am 31.05.2022.

Künstlerische Darstellung des Leoniden-Sturms 1833
Künstlerische Darstellung des Leoniden-Sturms 1833. Quelle: Edmund Weiß (1888): Bilderatlas der Sternenwelt, Esslingen.